
Brettspielregale
Spielregal-Systeme: Kaufberatung
Eine Kaufberatung nach Einsatzsituation: Fachmaß, Zugriff, Standsicherheit und Erweiterbarkeit – mit Blick auf kleine Räume, Familien und Sammlungen, die noch…
Vom überquellenden Fach zur sortierten Sammlung: Woran es liegt, wenn Schachteln nicht passen, Kleinteile wandern und Puzzlekartons ausfransen – und was dagegen hilft.

Kurz gesagt
Platz im Spieleregal entsteht vor allem durch drei Dinge: nach Schachtelhöhe statt nach Thema sortieren, Fachhöhe und Fachtiefe vor dem Kauf messen und Kleinteile in Beuteln oder Einsätzen bündeln. Puzzles gehören in stabile Boxen mit Deckel, weg von Sonne und Feuchtigkeit. Für Kinder hilft eine begrenzte Auswahl, die regelmäßig getauscht wird.
Der Auslöser ist selten die Größe der Sammlung, sondern die Art der Sortierung. Wer Erweiterungen zum Grundspiel stellt und Familienspiele neben Expertenspiele räumt, sortiert nach Inhalt statt nach Format. So entstehen Fächer mit gemischten Schachtelhöhen: Über flachen Kartons bleibt eine Handbreit Luft ungenutzt, während die höchste Schachtel im selben Fach oben anstößt und sich nur schräg herausziehen lässt. Ein Blick von der Seite zeigt das Problem sofort – die Lücke über den flachen Spielen ist das deutlichste Signal.
Die Lösung ist unspektakulär, wirkt aber sofort: nach Format sortieren statt nach Thema. Alle Schachteln einer Höhenklasse kommen in dasselbe Fach, flache Kartons stehen nebeneinander statt übereinander. Wie das ohne komplettes Ausräumen gelingt, beschreibt der Ratgeber zum Sortieren im Spieleregal.
Viele Ärgernisse im Spieleregal haben dieselben Ursachen und lassen sich mit wenigen Handgriffen beheben. Die folgende Übersicht ordnet typische Beobachtungen ihrer Ursache und einer praktikablen Lösung zu; die Einzelheiten stehen in den Abschnitten darunter.
| Beobachtung im Regal | Typische Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Über flachen Schachteln bleibt eine Lücke | Fächer nach Thema gepackt, Höhen gemischt | Nach Schachtelhöhe gruppieren und Fächer neu aufteilen |
| Hohe Schachteln lassen sich nicht einschieben | Fachtiefe oder lichte Fachhöhe kleiner als die Schachtel | Maße vergleichen, Schachtel flach lagern oder Fach tauschen |
| Der Deckel steht einige Millimeter hoch | Innenleben verrutscht, Beutel und Einlagen fehlen | Teile bündeln, Einsatz oder Sortierhilfe in den Karton legen |
| Lose Teile liegen zwischen den Kartons | Offene Schachteln, gerissene Ecken, fehlende Inlays | Karton reparieren oder ersetzen, Kleinteile zusammenfassen |
| Puzzlekarton fransen aus, Teile wandern | Weicher Karton, loser Deckel, Stapel von oben | Stabile Box mit Deckel, Teile im Beutel, nicht als Unterlage nutzen |
| Kartons wellen sich, Folie klebt | Feuchtigkeit, direkte Sonne, Nähe zur Heizung | Trockenen, schattigen Platz wählen, Abstand zur Außenwand |
| Kinder räumen nicht auf, Teile verschwinden | Zu viel Auswahl, Kisten ohne festen Platz, unerreichbare Höhe | Begrenzte Auswahl auf Kinderhöhe, feste Plätze, Rotation |
Ob eine Schachtel passt, entscheiden drei Maße: Höhe, Breite und Tiefe. Viele Regale sind für Bücher gedacht und oft flacher als große Spieleschachteln. Dann stehen die Kartons vorn über oder lassen sich nicht ganz einschieben, weil der Deckel am Fachboden schleift. Weil Brettspielschachteln von kleinen Reiseformaten bis zu großen Expertenboxen reichen, hilft eine Übersicht der gängigen Formate, bevor Sie Fächer aufteilen oder Möbel kaufen. Eine solche Übersicht finden Sie im Ratgeber Brettspiel-Größen.
Beim Aufbau mit genormten Bausteinen zählt weniger die Außenbreite des Möbels als die Funktion des einzelnen Fachs. Die folgende Übersicht ordnet gängige Bauformen danach, wofür sie im Spieleregal taugen und worauf Sie beim Nachmessen achten sollten.
| Baustein | Funktion im Spieleregal | Worauf beim Messen achten |
|---|---|---|
| Offener Regalwürfel | Standardfach für mittlere Schachteln, von zwei Seiten zugänglich | Lichte Höhe und Tiefe ohne Fachbodenträger messen |
| Würfel mit Türen | geschlossene Aufbewahrung, Inhalt hinter Türen verborgen | Türanschlag und Scharnier abziehen, sonst klemmen hohe Kartons |
| Würfel mit Schubladen | flache Kartons und Kleinteile, die sonst herausfallen | Innenhöhe der Schublade messen, nicht die Front |
| Schmaler Würfel mit Rückwand | Lückenfüller für Reisespiele und Kleinkram | Rückwand als Tiefenbegrenzung einrechnen |
| Regal auf Rollen | mobiles Regal, das beim Spielen an den Tisch gerollt wird | Bodenfreiheit und Rollenlast beachten, Fachhöhen einzeln prüfen |
| Eckregal | Raumhöhe in Ecken nutzen, die sonst leer bleiben | Inneneckenmaß und Schenkellänge getrennt messen |
So messen Sie, bevor Sie Fächer umbauen
Schachteln herausnehmen
Nehmen Sie die höchsten, die breitesten und die tiefsten Schachteln heraus und notieren Sie deren Maße.
Lichte Maße messen
Messen Sie lichte Höhe, Breite und Tiefe des Fachs, also ohne Fachbodenträger und Türanschlag. Diese Werte zählen, nicht die Außenmaße des Regals.
Reserve einplanen
Rechnen Sie etwas Luft pro Seite ein, damit Schachteln nicht klemmen und der Deckel nicht am Fachboden reibt.
Grenzfälle umlagern
Passt eine Schachtel nur schräg, gehört sie in ein anderes Fach oder in eine Kiste außerhalb des Regals – nicht dauerhaft in die Engstelle.
Steht ein Deckel einige Millimeter hoch, liegt es selten am Karton, sondern am Inhalt. Karten, Marker und Aufsteller rutschen aus ihren Fächern, Beutel gehen auf, und mit der Zeit liegt alles lose im Karton. Beim Zuklappen wird die Luft zusammengedrückt, der Deckel wölbt sich, und die Schachtel steht im Regal schief. Abhilfe schaffen Ordnungshilfen im Karton selbst: Einsätze mit festen Fächern, stabile Zip-Beutel für Kleinteile und ein fester Platz für Anleitungen. Welche Bauformen sich bewährt haben, erklärt der Ratgeber zu Brettspiel-Einsätzen; eine Auswahl an Systemen finden Sie unter Regaleinsätze und Organizer.
Puzzlekartons sind meist dünner als Spieleschachteln und öffnen sich beim Stapeln von selbst. Liegen sie unter schweren Spielen, geben Boden und Deckel nach, die Ecken fransen aus, und lose Teile wandern zwischen die Kartons. Wer mehrere Puzzles in einem Regal unterbringt, sollte sie deshalb nicht als Unterbau nutzen, sondern in einer stabilen Box mit Deckel lagern oder in eine Kiste umfüllen, die sich stapeln lässt.
Der Hersteller Ravensburger hält auf seinem Serviceportal Hinweise zu den Lagerbedingungen seiner Puzzles bereit. Für Puzzlekartons gilt allgemein, was auch für Spiele gilt: trocken, ohne Druck von oben und nicht in der Nähe von Feuchtigkeit. Passende Behältnisse finden Sie unter Aufbewahrungsboxen und Kisten, Hintergründe im Ratgeber zu Aufbewahrungsboxen für Spiele.
Wer die Sammlung ergänzt, bringt oft Spiele mit, deren Herkunft und Zustand unbekannt sind. Bevor solche Schachteln zwischen die übrigen wandern, lohnt eine kurze Prüfung – vor allem, wenn kleinere Kinder mitspielen. Die Verbraucherzentralen empfehlen, Spielzeug mit allen Sinnen zu prüfen und auf das GS-Zeichen zu achten; das CE-Zeichen ist dagegen kein Prüfzeichen, sondern eine Herstellererklärung.
| Prüfpunkt | Was die Verbraucherzentralen dazu sagen | Was das fürs Einlagern bedeutet |
|---|---|---|
| GS-Zeichen | Zeichen für geprüfte Sicherheit: unabhängig auf Sicherheit und Schadstoffe geprüft | Bei gebrauchten Spielen mit Kleinteilen gezielt darauf achten |
| CE-Zeichen | kein Prüfzeichen, sondern eine Herstellererklärung und Pflichtkennzeichnung | Nicht als Qualitätsnachweis beim Second-Hand-Kauf werten |
| Sichtprüfung | scharfe Pressnähte, Ecken und Kanten sowie Verarbeitungsfehler sprechen gegen das Produkt | Beschädigte Kunststoffteile aussortieren, statt sie weiterzugeben |
| Materialprüfung | abfärbende Materialien und herausziehbare Füllungen sind ein Warnsignal | Abgefärbte oder stark riechende Spiele getrennt lagern |
| Geruch und Oberfläche | riechbare oder fühlbare Auffälligkeiten weisen auf mangelnde Qualitätskontrolle hin | Kartons einige Tage auslüften, bevor sie ins Regal kommen |
Riechende Kartons lüften Sie am besten einige Tage außerhalb des Regals aus. Teile mit scharfen Kanten oder Bruchstellen gehören nicht zurück in die Sammlung, wenn kleine Kinder Zugriff haben. Fehlende Teile notieren Sie auf einem Zettel im Deckel, damit beim nächsten Spielen klar ist, was fehlt.
Im Kinderzimmer kippt die Ordnung selten aus Bequemlichkeit: Steht die gesamte Sammlung offen und in Reichweite, wird alles herausgezogen, um eines zu finden. Aufbewahrungsserien für Spielzeug arbeiten deshalb häufig mit offenen Kisten in Greifhöhe. Eine begrenzte Auswahl auf Kinderhöhe und ein fester Platz für jede Kiste lösen das Problem zuverlässiger als häufiges Aufräumen.
So richten Sie eine rotierende Spielecke ein
Bestand sichten
Alle Spiele auf einen Haufen legen und in drei Gruppen teilen: bleibt in Reichweite, kommt für später in den Vorrat, wird abgegeben.
Feste Plätze schaffen
Zwei bis drei Kisten auf Kinderhöhe, jede mit einer festen Kategorie, etwa Würfelspiele, Puzzles und Rollenspiele.
Tauschen statt anhäufen
Alle paar Wochen eine Kiste gegen eine aus dem Vorrat tauschen. So bleibt die Auswahl überschaubar, und vergessene Spiele wirken wieder neu.
Gemeinsam aufräumen
Ein Etikett oder Bild an der Kiste hilft Kindern, ohne Ansage zurückzuräumen.
Wie Sie die Rotation mit Kindern besprechen, ohne bei jedem Tausch zu diskutieren, steht im Beitrag Mit Kindern Spiele sortieren. Was eine sinnvolle Kinder-Brettspielsammlung ausmacht und wie sie mit dem Alter wächst, erklärt der Lexikonbeitrag dazu.
Wenn Fachtiefe und lichte Fachhöhe dauerhaft nicht zu den Schachteln passen, hilft Sortieren nicht weiter. Dann lohnt der Blick auf Systeme, die sich in Höhe und Tiefe anpassen lassen, oder auf Bausteine, die sich einzeln ergänzen. Eine Übersicht über Bauformen und Fachmaße gibt die Kaufberatung zu Spielregal-Systemen; fertige Lösungen finden Sie in der Kategorie Brettspielregale.
Vorteile
Nachteile
Wer zuerst sortiert und misst, kauft am Ende gezielter. Weitere Ideen für knappe Flächen, etwa Hängorganizer an der Regalseite, sammelt der Ratgeber Spiele aufbewahren: Ideen. Für den ersten Durchgang durch ein volles Regal hilft die Checkliste gegen das Spiele-Chaos.
Lichte Fachhöhe, Fachtiefe und Schachtelmaße notieren, bevor ein Regalsystem oder eine Kiste ins Haus kommt.
Beutel und Einsätze halten das Innenleben zusammen, damit der Deckel schließt und nichts zwischen die Kartons rutscht.
Stabile Boxen, ein Deckel und ein trockener, schattiger Platz bewahren Teile vor Staub, Feuchtigkeit und Druck.
Eine rotierende Auswahl auf Kinderhöhe erleichtert das Aufräumen und macht vergessene Spiele wieder interessant.
Beide Räume sind nur mit Einschränkung geeignet. Im Keller besteht an Außenwänden und in schlecht belüfteten Ecken ein höheres Risiko für Feuchtigkeit, auf dem Dachboden schwanken Temperatur und Luftfeuchtigkeit stärker als im Wohnraum. Wer dort lagert, stellt die Kartons mit Abstand zur Wand auf ein Regal und kontrolliert regelmäßig auf Feuchtigkeitsspuren.
Beschriften Sie die Schmalseite, die im Regal sichtbar ist, mit Titel und Spielerzahl; bei geschlossenen Kisten zusätzlich mit einer kurzen Inhaltsliste an der Vorderseite. Eine feste Reihenfolge innerhalb der Kiste spart späteres Suchen, weil jedes Spiel seinen Platz behält. Etiketten lassen sich rückstandsfrei ablösen, Klebeband auf dem Karton reißt beim Entfernen dagegen die Oberfläche auf.
Das spart Platz, kostet aber Übersicht und Wiederverkaufswert: Ohne Originalkarton lässt sich ein Spiel schwerer verkaufen oder verschenken, und lose Karten und Plättchen sind schneller beschädigt. Sinnvoller ist meist, das Innenleben zu ordnen und die Schachteln nach Höhe zu gruppieren. Wer trotzdem umfüllt, bewahrt Teile, Anleitung und den Deckel oder ein Foto davon gemeinsam in einer stabilen Kiste auf.
Prüfen Sie zuerst die Vollständigkeit, denn nur komplette Spiele lassen sich gut abgeben. Danach kommen Flohmarkt, Tauschbörsen, lokale Bibliotheken oder soziale Einrichtungen infrage, manche Spieltreffs nehmen Spenden an. Was übrig bleibt, gehört nicht dauerhaft ins Wohnregal, sondern in eine Kiste außerhalb des Wohnbereichs.
Redaktionsteam
Die Redaktion von Regalordnung bereitet Wissen rund um Ordnungssysteme für Brettspielregale, Brettspielregale, Regaleinsätze & Organizer verständlich auf.
Alle Beiträge von Redaktion Regalordnung
Brettspielregale
Eine Kaufberatung nach Einsatzsituation: Fachmaß, Zugriff, Standsicherheit und Erweiterbarkeit – mit Blick auf kleine Räume, Familien und Sammlungen, die noch…

Sortiersysteme & Zubehör
Feste Größenklassen statt Provisorien: So ordnen Sie eine wachsende Brettspielsammlung, passen Fachmaße und Einsätze an und behalten die Übersicht.

Sortiersysteme & Zubehör
Von der Mitbringspiel-Schachtel bis zur Kampagnenbox: So ordnen Sie Formate ein, wählen die passende Aufbewahrung und planen Fächer, bevor Sie kaufen.
Alle Ratgeber im Überblick
Verständliche Antworten auf die häufigsten Fragen, sortiert nach Themen.